Chancen für die AfD durch den medialen Einheitsbrei in Berlin

Zwei Nachrichten aus der Medienwelt, die die Berliner aufhorchen ließen: Zum einen unterwirft sich der RBB immer stärker der Politischen Korrektheit und verschweigt die Übergriffe ausländischer Jugendlicher in einem Freibad auf sein eigenes Kamerateam. Die Polizei mußte anrücken, um die Journalisten zu schützen. Das sollte eigentlich eine Riesenstory für einen Sender sein. Aber sie paßt nicht ins Weltbild der Verantwortlichen, also wurde sie zensiert. Die entsprechende Sendung der Abendschau vom Dienstag (7. Juli) mit einer Liveschaltung ins berüchtigte Neuköllner Columbiabad wurde kurzerhand aus der Mediathek entfernt.

Die andere Nachricht ist ein Erdbeben auf dem Zeitungsmarkt. Berliner Morgenpost, Berliner Zeitung und Tagesspiegel wollen stärker zusammenarbeiten. Anzeigengeschäft und Zustellung etwa würden dann zusammengeführt. Die Redaktionen sollen einem Branchenbericht zufolge unabhängig voneinander bleiben. Möglicherweise ist die Kooperation aber nur eine Vorstufe zur Fusion. Bedenken wir, daß die Berliner Morgenpost vor kurzem schon einmal den Besitzer gewechselt hat, als die Axel Springer AG sie überraschend an die Funke Gruppe verkaufte.

Wenn die Konzentration stattfindet, dann verringert sich die Medienvielfalt in Berlin mit einem Schlag drastisch. Der Grund für die Hektik in den Verlagshäusern liegt auf der Hand: Die drei Zeitungen verlieren massiv an Lesern. 2005 lag die gemeinsame Auflage aller drei Zeitungen bei 477.000 Exemplaren. Jetzt noch bei 323.000, Tendenz stark fallend.

Immer weniger Berliner nutzen die traditionellen Medien, sondern beziehen ihre Information aus sozialen Netzwerken und von unabhängigen Medien. So viel steht schon jetzt fest: Auch eine Zeitungsfusion wird diesen Trend nicht aufhalten. Im Gegenteil. Wenn die Verlage glauben, sie könnten ihr Überleben sichern, indem sie den Wettbewerb ganz beseitigen, dann haben sie sich getäuscht. Der Niedergang wird eher noch beschleunigt werden. Warum? Weil Konkurrenz gut fürs Geschäft ist, weil sie die Marktteilnehmer zu ständigen Verbesserungen zwingt.

Was bedeutet das für die politische Situation in Berlin und für die AfD? Zum einen ist es bedauerlich, wenn die Pressevielfalt vor die Hunde geht, weil das auf ein Meinungsmonopol des neuen Großverlags herausläuft. Es besteht die Gefahr, daß sich wie beim RBB die absolut senatshörige Fraktion auch in den Zeitungen durchsetzt und kritische Berichterstattung noch seltener stattfindet. Wer erinnert sich nicht an den Kniefall des RBB vor der Brandenburgischen Landesregierung, als der Sender einen TV-Beitrag über BER auf Druck Potsdams änderte. Auch jetzt ist der vorauseilende Gehorsam des RBB peinlich: Ohne Genehmigung hätten wir nicht gedreht, sagte der Sendersprecher Justus Demmer laut Tagespiegel über die Dreharbeiten im Columbiabad. Ein Sender, der über Mißstände nur berichtet, wenn er von Beteiligten eine schriftliche Drehgenehmigung erhält, betreibt Hofberichterstattung. Das hat mit Journalismus nichts zu tun.

Andererseits bedeutet diese Abkehr der Konsumenten von den traditionellen Medien auch eine Chance für Newcomer wie die AfD, der die Leitmedien reserviert gegenüber stehen. Zum einen nutzt es den Altparteien nichts, wenn sie die traditionellen Medien gegen uns in Stellung bringen. Zum anderen profitieren wir überdurchschnittlich vom Trend hin zu neuen Meiden. Wir erreichen bereits jetzt mit Facebook mehr Personen als alle anderen Parteien in Berlin mit Ausnahme der Linkspartei. Wir erreichen damit ständig auch jene Bürger, die wir ohne Internet bestenfalls in Wahlkampfzeiten erreicht hätten. (rg)

Drucken

AFD BUNDESWEIT

UMFRAGE

Wer ist hauptverantwortlich für das BER-Desaster?

Ergebnisse anzeigen

Loading ... Loading ...

NEWSLETTER

Melden Sie sich zu unserem Newsletter an!

SPENDEN

Unterstützen Sie uns mit einer Spende! Vielen Dank!

Facebook