Giselher Suhr (†22. August 2018)

Giselher Suhr (†22. August 2018)

Wenn es beim ZDF mehr von seiner Sorte gäbe, dann gäbe es auch weniger empörte Zwangsbeitragszahler, die sofort Lügenpresse rufen, sobald sie einen öffentlich-rechtlichen Journalisten sehen: Giselher Suhr war ein etwas anderer NDR- und ZDF-Mitarbeiter als Anja Reschke oder Dunja Hayali.

Geboren wurde er gleich nach dem Zweiten Weltkrieg am 14. August 1945 im nördlichen Baden-Württemberg. Er begann seine Karriere beim NDR, wurde Redakteur bei Kennzeichen D, dann ZDF-Korrespondent in der DDR. Und nach der Wiedervereinigung arbeitete er für das ZDF in den neuen Ländern – zuletzt im Studio Berlin. Leute wie er gaben dem ZDF, das seinerzeit schon so regierungsnah war wie heute, einen Funken von Nonkonformismus und Neutralität.

Früher war Giselher Suhr SPD-Mitglied. Aber nach der Gründung der AfD schloss er sich bald der Alternative an. Als aktives Mitglied war er über die Grenzen seines Bezirksverbandes Steglitz-Zehlendorf hinaus deutschlandweit geschätzt.

Das letzte Mal, das ich ausführlich mit ihm gesprochen habe, war im April nach einer Sitzung des Medienausschusses des Abgeordnetenhauses. Ich hatte ihn eingeladen, und er war vorbeigekommen. „Wir müssen uns mal zusammensetzen und die fachliche Arbeit auf Landesebene neu regeln“, sagte er. Ich nickte. Der Fachausschuss Medien sollte reaktiviert werden. Er hat dann ein Treffen angesetzt für einen Tag, an dem ich partout nicht konnte. Und viele andere auch nicht. So saß Giselher wohl ziemlich allein da. Ich wollte ihn immer anrufen und einen neuen Termin ausmachen.

Doch da überraschte mich die Nachricht von seinem Tod. Es gab keine Anzeichen. Für einen 73jährigen wirkte er stets fidel, aber ich habe ihn in den letzten Wochen nicht gesehen. In Augsburg war er als Delegierter auf dem Bundesparteitag dabei. Leider hatten wir keine Zeit, um uns dort auszutauschen. Die Tatsache, dass er dort als ordentlicher Delegierter den Landesverband Berlin vertreten durfte, hat ihn gefreut. Er hatte mehrfach für Positionen innerhalb der Partei gekämpft und verloren – es aber als Delegierter auf den Bundesparteitag geschafft. Das war ihm wichtig. Niederlagen wegstecken ist das eine in der Politik. Erfolge feiern das andere.

Mit Giselher Suhr verliert die Berliner AfD einen versierten Journalisten und Kämpfer für die Meinungsfreiheit. Sein Rat war wertvoll. Er war immer verbindlich und freundlich, auch wenn er anderer Meinung war. Möge er in Frieden ruhen.

 

Ronald Gläser

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